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Weiterbildung Psychiatrie

Weiterbildung des Gemeindepsychiatrischen Verbundes Bielefeld 2019

Der Gemeindepsychiatrische Verbund Bielefeld führt im Jahr 2019 eine modulare Weiterbildung zur Qualifizierung von Mitarbeitenden in der ambulanten und stationären Eingliederungshilfe durch.
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 5 Tage in Grundlagen- und Abschlussworkshops und einer fachbezogenen Fortbildung.
Außerdem ist eine kollegiale Beratung von 4x 90 min in den Fachgruppen vorgesehen. Die Teilnehmenden erwerben fachbezogene und personale Kompetenzen zu verschiedenen Störungsbildern und entwickeln ihre Haltung und Arbeitsweise im Hinblick auf Personenzentrierung weiter. Die Lernergebnisse werden in einer abschließenden Veranstaltung sichergestellt und Ideen für Netzwerke auf Bielefelder Ebene entwickelt.

Termine 

Modul 1: Grundlagenworkshop
07.02. - 08.02.2019
Modul 2: Fachfortbildungen:
06.06.- 07.06.2019  Psychosen
11.07.- 12.07.2019  Borderline Persönlichkeitsstörung
27.06. - 28.06.2019 Affektive Störungen
23.07. - 24. 07.2019 Suchterkrankungen
Modul 3: Kollegiale Beratung- selbstorganisiert
Modul 4: Abschlussworkshop – 4. Quartal 2019

 

Modul 1: Grundlagenworkshop

Dr. Martin Reker, EvKB, Oberarzt Gilead IV, 07.02. - 08.02.2019
Ort: Gr. Konferenzraum Gilead IV, Remterweg 69-71, 33617 Bielefeld

Mit der Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes – BTHG  - hat der Gesetzgeber grundlegende Veränderungen für die Eingliederungshilfe eingeleitet. Der Behinderungsbegriff wir anders verstanden und die Hilfeplanung erfolgt anhand des bio-psycho-sozialen Modell der WHO, d.h. die Unterstützungsleistungen orientieren sich in Zukunft noch mehr am individuellen Bedarf und den Wünschen der betreuten Menschen. Im Grundlagenworkshop wird Fachwissen zu den verschiedenen Aspekten der Personenorientierung vermittelt, die TN erkennen anhand eigener Praxisbeispiele Teilhabebarrieren und Förderfaktoren und erarbeiten Kompetenzen zur Umsetzung des Erlernten in ihrem Arbeitsfeld.

Kompetenzerwerb in:

  • Personenorientrierung
  • ICF basierte Bedarfserhebung
  • Zielplanung und -vereinbarung anhand des Willens der Klienten
  • Verantwortungsgemeinschaft
  • Empowerment
  • Recovery
  • Kollegiale Beratung

      

Modul 2: Fachfortbildungen

In den 2-tägigen diagnosespezifischen Einheiten geht es um die Vermittlung von Wissen zu den Krankheitsbildern und um die Verknüpfung dieser Lerninhalte mit den Praxiserfahrungen, Anforderungen und Problemlagen, die sich aus der ambulanten Arbeit mit der jeweiligen Zielgruppe ergeben. Sie werden jeweils von einem/er Fachdozent/-in und einem/r Moderator/-in aus der Eingliederungshilfe angeleitet.

 

1. Psychosen 
    06.06. bis 07.06.2019

    Henning Albes, BA Psychische Gesundheit, EvKB, Gilead IV

Menschen mit schizophrenen Psychosen können für alle professionell Tätigen eine besondere Herausforderung sein.
In der Fachfortbildung wird die Schizophrenie als Spektrumstörung mit ihren Entstehungs- und Einflussfaktoren verdeutlicht. Mit dem Hintergrundwissen aus Theorie und Praxis, Videomaterial sowie praktischen Übungen werden Verstehen, Haltung und Umgang mit Menschen in akuten schizophrenen Krisen vermittelt.
Dabei sollen u.a. Antworten auf folgende Fragen gefunden werden: Was kann ich tun, um akute Krisen im ambulanten Setting zu begleiten? Wie kann ich dazu beitragen akute Krisen zu vermeiden? Wann ist der Zeitpunkt für eine Überleitung in die psychiatrische Klinik gekommen?

Kompetenzerwerb in:

  • Verständnis und Umgang mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie
  • Therapeutische Haltung gegenüber Menschen mit schizophrenen Psychosen.
  • Umgang mit Stimmenhören
  • Umgang z.B. mit dem Krisenpass
    Gegebenenfalls kann zusätzlich ein Kompetenzerwerb zu folgenden Themen erfolgen:
  • Umgang mit Suizidalität
  • Umgang mit Aggression

2. Borderline Persönlichkeitsstörung
    11.07. bis 12.07.2019

    Dr. Carolin Steuwe, EvKB, ltd. Psychologin

Menschen mit BPS erleben starke Anspannungszustände und intensive Gefühle. Sie geraten häufig in Konflikte mit anderen Menschen und gelten daher als schwierig, emotional anstrengend oder therapieresistent.

In dieser Fortbildung wird die BPS zunächst vorgestellt und ein theoretischer Überblick zu Entstehung, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Mit einem Fokus auf die DBT-Behandlung werden Strategien im Umgang mit Krisen sowie Gesprächsführungs- und Emotionsregulationstechniken vermittelt und gemeinsam geübt.

Kompetenzerwerb in:

  • Ausbau von Wissen über das Erkrankungsbild
  • Entwicklung einer therapeutischen Haltung gegenüber Menschen mit BPS
  • Erlernen von Validierungstechniken
  • Erlernen von Strategien zum Umgang mit Krisensituationen
  • Erlernen von grundlegenden Emotionsregulations- und Problemlösetechniken

3. Affektive Störungen
    27.06. bis 28.06.2019

    Dr. Christiane Heitmann, EvKB, Tagesklinik Ost

Affektive Störungen sind durch das phasenhafte Auftreten von Verstimmungen depressiv-gehemmter (Depressionen) und/oder manisch-erregter Art (Manien) gekennzeichnet. Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein: wie z. Bsp. das Auftreten von Krankheitsphasen mit dazwischen gesunden Zeiten oder aber chronische Verläufe mit unterschiedlich stark ausgeprägten Restsymptomen.
 
In dieser Fortbildung wird Wissen über die affektiven Störungen nach ICD-10 (Verlauf, Symptombeschreibungen, Graduierung), deren Entstehungsmodelle und Behandlungsmöglichkeiten vermittelt. Im Weiteren soll anhand der Symptome die Einschränkungen im Alltag ermittelt werden und Strategien geübt werden, die im Alltag unterstützend sein können. Ebenso ist die Entwicklung einer eigenen Haltung gegenüber Personen mit affektiven Störungen ein wichtiger Anteil der Fortbildung.

Kompetenzerwerb in:

  • Ausbau von Wissen über affektive Störungen
  • Erfassen von Funktionseinschränkungen durch die Erkrankung
  • Erarbeitung individueller Strategien zum Umgang mit der Erkrankung
  • Erfassung von individuellen Früherkennungszeichen
  • Stärkung der Eigenverantwortung
  • Förderung des psychosozialen Funktionsniveaus und Verbesserung der Lebensqualität
  • Rückfallverhütung

4. Suchterkrankungen
    24.07. bis 24.07.2019

    Dr. Stephanie Kunz, EvKB, Oberärztin Gilead IV
   

In dieser Fortbildung werden Grundlagen zum Thema „stoffgebundene Abhängigkeit“ vermittelt. Zu den Lerninhalten gehören Definitionen, medizinische Grundkenntnisse, der Verlauf einer Suchterkrankung, sowie Aufgaben und Verantwortung von Mitarbeitenden und Methoden der Gesprächsführung mit Suchtkranken.

Kompetenzerwerb in:

  • Diagnostik: Abhängigkeit, missbräuchlicher Konsum, CMA
  • Entstehungsbedingungen von Suchtmittelabhängigkeit
  • Auswirkungen der Einnahme psychoaktiver Substanzen im menschlichen Körper
  • Wechselwirkungen zwischen psychiatrischer Erkankung und Suchtmittelkonsum
  • Methoden der Gesprächsführung
  • CRA - Community Reinforcement Approach
  • Übungen zur Klärung der professionellen Rollen und der Grenzsetzung im Alltag
  • Ideen zur Umsetzung des Erlernten im Alltag

Modul 3: Kollegiale Beratung

  • Die Kollegiale Beratung findet verbindlich 4 x 90 Min. nach den Fachfortbildungen statt.
  • Die Gruppen organisieren die Termine selbst.
  • Jeweils eine Fachperson aus der Klinik nimmt an den Kollegialen Beratungen teil.

Modul 4: Abschlussworkshop

Im Abschlussworkshop geht es darum, die Lernergebnisse der Weiterbildung sicher zu stellen, d.h. sie für die praktische Arbeit in den Mitgliedseinrichtungen nutzbar zu machen. Einzelne TN aus der Weiterbildung tragen vor, Leitungen erhalten Gelegenheit Stellung z.B. zur Schnittstellenarbeit zu nehmen.

Inhalte:

  • Initiierung und Pflege von Netzwerken
  • Klärung von Fragen zur weiteren Zusammenarbeit
  • Entwicklung von und Umgang mit Krisenplänen
  • Evaluation der Weiterbildung und weitere Planung
     

Kosten der Weiterbildung:     450,- € pro Teilnehmenden

Die Teilnahme an der gesamten Weiterbildung ist nach Anmeldung verbindlich.
Die Abrechnung erfolgt über die beteiligten Organisationen.

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